philocom: mein Konzept der Philosophischen Praxis
Philosophische Praxis ist eine Form des Miteinander-ins-Gespräch-Kommens, die hilft, eine neue Offenheit und Weite zu schaffen zwischen sich und dem, was einen bewegt. Sie schafft neuartige Beziehungen, zu Wissen, zur eigenen Kultur, zu sich selbst" und zu anderen. Durch all das wird Orientierung leichter und das Selbstvertrauen grösser. - Die zwei Grundlagen des Philosophierens sind für mich einerseits die Freundschaft (philos), die liebevoll engagierte Grundhaltung der Suche und Zuwendung; andererseits die Kommunikation, das Gespräch, der Dialog, der Diskurs, die Rede, der Logos, aus dem Vernunft sich ergibt. Die Philosophische Praxis philocom will ein Ort sein, der die freundschaftlich verbindende Wirkung der Philosophie in verschiedenen Formen fördert und so zu Orientierung im Leben und zu Weisheit führt.
Daher ist Philosophieren für mich keine Form der Therapie. Mag sein, dass das philosophische Gespräch, die Beratung und Begleitung oder andere Angebote meiner Praxis Wirkungen haben, die denen guter Therapie ähnlich sind (sie erleichtern z.B., stärken das Selbstvertrauen, nehmen innere Schwere und lösen Knoten), doch Philosophieren ist kein Mittel, um etwas zu erreichen, wie die Therapie, es ist ein Weg zu Gelassenheit, innerem Reichtum und Klarheit, den man mit anderen gemeinsam gehen kann.
Der Weg der Olive
Die Olive, Symbol des Friedens, des Lebens und der Weisheit, stammt aus dem Mittelmeerraum - wie die abendländische Philosophie. Sie war im antiken Griechenland ein Geschenk der Göttin Athene, Göttin des Kampfes und der Klugheit und Tochter der Weisheitsgöttin Metis. Die Olive ist ausdauernd, sucht unterstützende Kräfte wie Licht und Wärme, wandelt diese in eigene, wertvolle Früchte, sie ist nachhaltig, spendet Schutz, verwandelt Kargheit in Fülle und steht für Frieden, Offenheit, Reife, Genuss, Eigenständigkeit, Eigenart und Weisheit. Hieran orientiert sich auch mein Philosophieren.
Philosophieren hat seit je auch mit Genuss zu tun. Die Erkenntnisse der Zusammenhänge, die hier genossen werden, sind nahrhaft und stark im Geschmack wie Oliven.
Alles braucht seine Zeit
Sowohl mit den Oliven wie mit der Philosophie muss man sich Zeit lassen. Der Olivenbaum trägt frühestens nach 20 Jahren erste Früchte, vermag dafür aber Jahrhunderte, in Ausnahmefällen sogar über zwei Jahrtausende zu überdauern. Ähnlich scheint es mir mit dem Philosophieren zu sein: es erfordert Musse, und seine Früchte sind umso reicher, je länger man dabeibleibt. Es bringt keine schnellen Antworten, aber stetige Erkenntnis, die Orientierung im Leben zu bieten vermag. In unserer Kulturgeschichte haben philosophische Ideen oft erst nach langer Zeit Eingang ins allgemeine Denken und Handeln gefunden.
Stellen wir uns die Denkgestalten der Philosophie vor wie einen Olivenhain, in dem wir umherwandeln können! Hier lassen sich gut Inspirationen finden und Gedanken vertiefen.
Grossartige Lösungen
da steht die Sanftheit lächelnd
verteilt milde kleine Gaben
ich Grossseinwollender verspüre Traurigkeit
natürlich wird es Jahre dauern
doch Jahre sanfter Linderung
sie dringen tiefer in mein Herz
und baun ein liebevolles, friedereiches Haus
das langsam Dir, Zerrissener,
zur Heimat wird DS 1985
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Olive in einem Olivenhain nahe Volos (Griechenland) |